Aktuelle Nachrichten

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Inspiration, Motor, Mach Mit!, Team, Identität –  so klang es am 19. April an einem vor Ideen sprudelnden Tag. Doch was haben wir da eigentlich gemeinsam gemacht? Unsere Schule ist UNESCO-Schule und damit Teil eines riesigen Netzwerkes. In Schleswig-Holstein gibt es 10 UNESCO-Schulen, weltweit sogar über 11.000. Ziel der UNESCO ist es weltweit Bildung zu fördern, aber auch dafür zu sorgen, dass sich Länder untereinander austauschen, damit wir gegenseitig mehr über fremde Kulturen erfahren und lernen, diese zu verstehen und miteinander an dem Erhalt unserer Ressourcen zu arbeiten. Die UNESCO-Schulen wiederum tauschen sich digital und analog aus, gestalten selbst und gemeinsam Projekte und sind Treiber für das tolerante Miteinander in Bildungseinrichtungen weltweit. Am 26. April nimmt unsere Schule z.B. am UNESCO-Jahrestag teil, an dem in diesem Jahr zum Thema Frieden gearbeitet wird – alle gemeinsam, alle zur gleichen Zeit.

Wie schaffen wir es, diesen Geist öfter in die Schule zu transportieren? Er ist schon da, er hat eine lange Geschichte und er kommt durch großartige Projekte, wie z.B. den Büchertisch, die Schmierzettelsammlung oder den Eistee- und Waffelverkauf immer mal ins Bewusstsein. Doch wir wollen mehr. Mehr Präsenz, mehr Schülerinnen und Schüler und mehr Aufmerksamkeit in Wichtiges, was eben über Schule hinausgeht und bleibt. Und sich verstärkt. Und uns trägt. Das braucht Zeit um zu denken und DAS ist es, was wir am 19. April zusammen gemacht haben.

 

Toll sah es auch, als wir da im Co-Working-Space saßen – es war der ideale Ort um in Gruppen mit Schülerinnen und Schülern Ideen zu sammeln, Visionen zu denken, sich auszutauschen und in Anfängen konkret zu werden. Die Köpfe haben geraucht und wie! Doch es hat sich gelohnt – es war nicht nur bunt, sondern auch realistisch und ideenreich – Ideen, die auf einer breiteren Basis stehen und Potential haben weiterzuwachsen.

Falls ihr als Schülerinnen oder Schüler, als Eltern oder Kollegen und Kolleginnen Interesse habt an diesem Geist mitzuwirken, seid ihr zur nächsten UNESCO-Projekttag herzlichst eingeladen – Mitte/Ende Juni planen wir einen weiteren Tag.

Kontakt bei Fragen oder Anregungen: Kathrin Fox

 

 

Am Donnerstag, den 11. Februar, besuchte Ministerpräsident Daniel Günther in Begleitung des Landtagsabgeordneten Tobias von der Heide die Gemeinschaftsschule Friedrichsort. Herr Günther nahm sich viel Zeit, über die Besonderheiten der Schule informiert zu werden.

Im Mittelpunkt stand der Austausch mit den Schülerinnen und Schülern der Klasse 8c. Die Schülerinnen und Schüler hatten eine große Palette von Fragen vorbereitet, die sie dem Ministerpräsidenten in unverkrampfter Atmosphäre vortrugen. Sie reichten von der Corona-Lage, über LGBTQ, Religionsfreiheit bis zu ganz persönlichen Themen. Herr Günther wirkte bei den Antworten sehr authentisch und schaffte es, gut verständlich auf Augenhöhe der Schülerschaft zu antworten. Klassenlehrer Andreas Neumann und Schulleiter Manfred Behrens werteten den Besuch als vollen Erfolg. Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert.

 

Am Ende nahm sich der Ministerpräsident sogar reichlich Zeit für Selfies mit den Schülerinnen und Schülern auf dem Schulhof. 

Letzte Änderung am Montag, 14 Februar 2022 09:58
Letzte Änderung am Montag, 14 Februar 2022 09:51

Wir zeigen Ihnen Arbeiten unserer Schülerinnen und Schüler aus dem Kunstunterricht.

Jeden Freitag hängen/ stehen/ liegen neue Arbeiten aus. Vom 14.01. bis 25.02. im Kulturladen Leuchtturm e.V.

15-18 Uhr

Herzlich Willkommen :)

Der Landessportverband, der Kieler Sportverband und die IGF haben sich zusammengesetzt und eine neuartige Kooperation vereinbart. Die SchülerInnen des Sportprofil des aktuellen 11. Jahrgangs werden die ersten Kieler SchülerInnen sein, die mit Erhalt ihres Abiturs im Fach Sport einen C-Übungsleiterschein erhalten, der sie qualifiziert im sportartübergreifenden Breitensport als lizensierte/r TrainerIn zu arbeiten.

Der Erhalt der Lizenz erfolgt begleitend zum Erwerb des Abiturs und im regulären Unterricht und wird sich wie ein roter Faden von Klasse 11 bis zum Abitur ziehen. Im Laufe der Oberstufe werden die SchülerInnen in vielfältigen Sportarten, über die Handhabung unterschiedlicher Zielgruppen und variablen Zielsetzungen geschult. Diese theoretischen Inhalte setzen sie in der Planung, Durchführung und Reflexion von Sportstunden regelmäßig praktisch um. Zusätzlich wird eine praktische Prüfung in Form einer Lehrprobe absolviert werden. Die vom LSV für den Erwerb des Trainerscheins verbindlichen Inhalte finden sich in den Inhalten des Profils wieder, das Spektrum an Sportarten und der sportwissenschaftliche Hintergrund wird im Profil sogar vielfach vertieft unterrichtet. Vereinsspezifische Inhalte werden durch den KSV an einem Fachtag von externen Ausbildern vermittelt.

 

Mit Erhalt ihres Trainerscheines sind die AbsolventInnen qualifiziert in Vereinen im Bereich des sportartübergreifenden Breitensports zu arbeiten. Dies heißt nicht nur, dass sie kostbare Erfahrungen im Anleiten von Gruppen sammeln, sondern auch, dass sie sich die Kosten für die Finanzierung eines Übungsleiter-/Trainerscheins sparen, dass sie den entsprechenden Stundensatz für qualifizierte TrainerInnen verlangen können und die Lizenz als Zusatzqualifikation im Lebenslauf angeben können.

 

Ansprechpartnerin für Fragen ist Frau Fox (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

 

Letzte Änderung am Dienstag, 18 Januar 2022 08:32

 

Remember why you started hängt als Wandgrafitti groß im Aufgang zu den Kabinen der Profimannschaft des Holstein Kiel. Remember why you started – würde auch als Motto des Stadiontages Arena4You vom Holstein Kiel am 16. November 2021 passen. Zahlreiche Unternehmen, die mit und rund um die Mannschaft von Holstein Kiel arbeiten, boten Einblicke in verschiedene dort anzutreffende Ausbildungsberufe für Schüler und Schülerinnen des 10. Jahrgangs (letzte Woche: 9. Jahrgang).

Zunächst wurde dann aber doch geklärt, wer eigentlich echter Fan ist und wer doch eher andere Mannschaften anfeuert. Ein heiteres Beruferaten folgte, das die ersten Einblicke in die Bereiche

  • Schutz und Sicherheit (z.B. Fachkraft für Schutz und Sicherheit, Polizei, usw.)
  • Gastronomie (Köchin/Koch, Servicekraft, Restaurantfachleute usw.)
  • Kaufmännische Berufe (Bürokaufleute, Sport- und Fitnesskaufleute, Einzelhandel usw.)
  • Handwerk, Technik (ElektronikerInnen, TischlerInnen usw.)
  • Soziales (FSJ, ErzieherInnen, SozialpädagogInnen usw.)
  • Sport- und Gesundheit (PhysiotherapeutInnen, SanitäterInnen, usw.)

bot.

 

Während der Führung durch das Holsteinstadion wurden immer wieder auf diese Berufsgruppen und ihre praktischen Einsatzorte verwiesen. Nebst der Vorstellung eher unbekannter Berufe wie z.B. des Fanbetreuers (Schnittstelle Verein, Polizei, Fans) gab es auch Erheiterndes und Wissenswertes um die Heimmannschaft und das Stadion. Wusstest du, dass die Heimkabine nicht größer ist als unsere Sporthallenumkleiden? Oder dass der Rasen zu 20% aus Kunstrasen besteht? Der Raum, in dem sich Spieler und Fernsehteams treffen, heißt Mixed Zone und das Stadion ist so mit Kameras ausgestattet, dass ein Flitzer schon identifiziert ist, bevor er auf dem Platz angekommen ist. Der Pressekonferenzraum ist eher ein Schuhkarton und der Rasen gewölbt, so dass der Regen besser abfließen kann und die Kamerateams hängen z.T. in schwindelerregender Höhe in einem Gerüst über den Rängen.

Nach einer kurzen Pause stellten sich Auszubildene verschiedener Lehrjahre vor und beantworteten Fragen zu Gehalt, Arbeitszeiten, Motivation und Werdegang. Anschließend gingen die Schülerinnen und Schüler in Workshops der o.g. Bereiche und probierten sich praktisch und ausbildungsnah an den jeweiligen Bereichen. Hier war nicht nur Mathe gefragt, sondern auch korrektes verletzungsfreies Gurkenschnippeln, Rechtskunde beim Durchsuchen von Personen und ebendiese praktische Durchführung, Schaltpläne wurden ausprobiert und Koordinationsaufgaben gelöst. Die Entwicklung von Kleinkindern wurde erarbeitet, die Vorzüge verschiedener Kunstrasenangebote hautnah erprobt, es wurden Einblicke ins Rechnungswesen gegeben und Vergünstigungen bei Ticketvorbestellungen berechnet. In der ersten Phase blieben die Schüler und Schülerinnen bei den von ihnen gewählten Workshops, in der zweiten Phase durfte dann jeder in alle Bereiche hineinschnuppern. Insgesamt herrschten eine betriebsame Atmosphäre und ein reger Austausch mit den Lehrlingen und Vertretern der einzelnen Betriebe, den beiden Vertreterinnen des Arbeitsamtes, sowie den Verantwortlichen des Holstein Kiels.

Zum Schluss stand fest: In der eigenen Berufsfindung sollte, was die geeignete Berufswahl betrifft, auch immer ein Ausbildungsberuf als womöglich bereichernde Option bedacht werden. Wie es im Aufgang steht: “Remember why you started"

Letzte Änderung am Freitag, 03 Dezember 2021 08:04

 

Schule ist mehr als nur Unterricht

Am 16.9. und 17.9. machte sich das Sportprofil von Herrn Quensell auf den Weg zu einer erlebnispädogigschen Kanutour. Gestartet wurde in Plön in vier Kanus mit der Überquerung des kleinen Plöner Sees. Die Schwentine hoch durch den Kronsee, den Fuhlensee und den Lanker See paddelnd, wurde es bei gelegtlichem Sturm und Regen abschnittsweise zu einer kleinen Abenteuerfahrt. Kekse, die nach der ersten Pause verputzt und Musik aus der Bluetooth-Box, die sicher in wasserfesten und schwimmenden Boxen verstaut worden waren, sorgten aber stets für gute Laune und förderten das Gruppengefüge. Nach 4:15 Stunden wurde der Campingplatz Kirchsee in Preetz erreicht. Im Anschluss an das Aufbauen der Zelte und das sich Wärmen unter der Dusche, war auf einmal auch die Sonne da! Beim abendlichen Grillen stellten sich plötzlich richtige „Urlaubs-Vibes“ ein, sodass die Stimmung herrlich gelockert war. Nach einer herbstlich frischen Nacht bei 15 Grad Celsius im Zelt, die mit mehrern Schlafsäcken und Decken aber auszuhalten war, gab es vom Campingsplatzbesitzer am Morgen frische Brötchen, bevor die Zelte abgebaut und wieder verstaut wurden. Die Kanus wurden beladen und sich auf den Weg die Schwentine hoch Richtung Raisdorf gemacht. „Vorm Rosensee müsst ihr raus. Dort werder ihr abgeholt“, wurde uns noch gesagt. Die Frage war: Wo genau? Den Rosenweg durchpaddelt, war sich Herr Quensell sicher: „Da um die Kurve noch. Da muss die Ausstiegsstelle sein.“ An der Ausstiegsstelle angekommen stellte sich aber heraus, dass wir zu weit gepaddelt waren und die Ausstiegsstelle verpasst hatten. Also wieder 20 Minuten zurück. An der dann richtigen Ausstiegsstelle angekommen war.

 

Seit zehn Jahren bietet die Gemeinschaftsschule Friedrichsort (IGF) ambitionierten Nachwuchsathletinnen und -athleten Unterricht, Leistungssporttraining und – über das Sportinternat Kiel-Schilksee sowie die Leistungszentren des THW Kiel in Altenholz und der KSV Holstein in Kiel-Projensdorf – Unterkunft an einem Ort an. Unter den besonderen Bedingungen kann sich der talentierte Nachwuchs dort ideal auf künftige Höchstleistungen vorbereiten, ohne eine fundierte Schulbildung zu vernachlässigen.

„Die Gemeinschaftsschule Friedrichsort ist heute DAS Aushängeschild in SchleswigHolstein für jugendliche Leistungssportlerinnen und Leistungssportler, die ihre sportliche Karriere und ihre schulische Laufbahn miteinander verknüpfen wollen. Durch das große Engagement aus der Politik konnte die Schaffung von zusätzlichen Stellen realisiert werden. Dadurch wird ein wesentlicher Beitrag für das zukünftige Funktionieren des Gesamtsystems von Schule und Leistungssport geschaffen“, so LSV-Präsident Hans-Jakob Tiessen. „Mein ausdrücklicher Dank gilt auch dem Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein und den beteiligten Vereinen und Verbänden, die das Projekt nachhaltig unterstützt haben.“

Die Liste der Abiturientinnen und Abiturienten, die an der „Partnerschule des Leistungssports“ den Grundstock für eine leistungssportliche Karriere gelegt haben, ist lang: Neben den aktuellen Medaillengewinnerinnen Susann Beucke (Abiturientin 2010, Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio im 49erFX) und Alica Stuhlemmer (Abiturientin 2018, Bronzemedaille in Tokio im Nacra 17) waren auch Fabian Graf (Abitur 2015, 49er Perspektivkader für die Olympischen Spiele 2024 in Paris) sowie Theres Dahnke (Abitur 2017, 470er Perspektivkader) während der Oberstufenzeit bis zum Abitur an der IGF. Auch Schülerinnen und Schüler aus anderen Sportarten haben sportliche Erfolge zu verzeichnen: So wurde der Handballer Leon Ciudad-Benitez in diesem Jahr als Teil der 1. Herrenmannschaft des THW Kiel Deutscher Meister und Champions League-Sieger. Fußballer Noah Awuku schaffte mit Holstein Kiel fast den Aufstieg in die 1. Bundesliga.

Zudem haben viele Spieler mehrfach für deutsche Nachwuchs-Nationalmannschaften gespielt. Waren es in den Anfängen noch wenige Sportlerinnen und Sportler, die mit Begleitung des Olympiastützpunktes Hamburg/Schleswig-Holstein (OSP HH/SH) mit viel Enthusiasmus starteten, so hat sich spätestens seit der Kooperation mit dem THW Kiel und Holstein Kiel eine weitere Entwicklung hin zur Einrichtung von sogenannten „Sportklassen“ ergeben. Petra Homeyer, die als Laufbahnberaterin und Internatsleiterin am Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein die Koordination übernimmt, legt dabei Wert auf die Tatsache, dass die schulischen Leistungen eine Freistellung rechtfertigen müssen: „Die Schule sichert den Sportschülerinnen und Sportschülern im Rahmen ihrer Möglichkeiten Rücksichtnahme bei der Terminkoordination von Schule und Training/Wettkampf zu. Die Stundenplangestaltung wird dem Leistungssport angepasst und möglichst kompakt organisiert, ist aber variabel für einzelne Sportlerinnen und Sportler“. Wichtige Merkmale sind zudem ein „digitales Klassenzimmer“ sowie Stundenplanregulierungen, die entsprechende Trainingszeiten am Vormittag ermöglichen. Die Betreuung durch leistungssportaffine Lehrkräfte ergänzt das schulische Angebot.

Schulleiter Manfred Behrens ist stolz darauf, dass derzeit über 50 Schülerinnen und Schüler die Schule besuchen - mit dem Ziel, nach der Fachhochschulreife oder dem Abitur den nächsten Schritt hin zum Spitzensport anzugehen.

 

Verantwortlich für diese Pressemitteilung: Stefan Arlt Landessportverband Schleswig-Holstein e.V. Pressesprecher Tel.: 0431-6486-163 Mobil: 0151-1500 7831 E-Mail: stefan.arlt@lsv-sh.d

Hier geht es zum Artikel.

Alicia Stuhlemmer (Abitur 2018, Bronze im Nacra 17) und Susann Beucke (Silber im 49erFX)

 

https://www.germansailingteam.de/news/olympia/tokio-2020/empfang-der-medaillengewinner/

Letzte Änderung am Montag, 30 August 2021 14:57

Ein Hauch von Weltklasse an der IGF

An der Partnerschule des Leistungssports tummeln sich nicht nur

in der Schülerschaft, sondern auch im Lehrerkollegium

Hochleistungssportler

Üblicherweise werden an dieser Stelle Schülerinnen und Schüler porträtiert, die sich im

sportlichen Bereich besonders hervorgetan haben. Jedoch gibt es seit einiger Zeit auch unter

den Lehrern (ehemalige) Hochleistungssportler, die ein Interview verdienen. Ein Gespräch

mit Frau Rehberg (3000m Hindernis) und Herrn Quensell (Turnen).

Seit wann sind Sie an der IGF und mit welchem Umfang?

Rb: Ich bin seit dem 02.11.2020 mit einer halben Stelle an der IGF. Meine Fächer sind

Mathe und Sport, momentan übernehme ich Vertretungsaufgaben.

Qu: Ich bin nach meinem Referendariat am Gymnasium Altenholz vom 1.8.2016 bis

1.2.2018 und einem Jahr in Anstellung an der Gemeinschaftsschule Auenland im August

2018 an die IGF gekommen. Ich unterrichte seit diesem Zeitpunkt den vollen Stundenumfang

von 25 Stunden in der Woche in der Sek1 und in der Sek2.

In welcher Sportart sind/waren Sie aktiv und seit wann?

Rb: Ich war 10 Jahre lang als Läuferin aktiv. Meine Hauptdisziplin waren die 3000m

Hindernis.

Qu: Ich komme aus dem olympischen Geräteturnen.

An welchen Wettkämpfen haben Sie teilgenommen und was waren Ihre größten

Erfolge?

Rb: Ich war bei Deutschen Meisterschaften, Europa- und Weltmeisterschaften sowie 2016

bei den Olympischen Spielen. Die Teilnahme 2016 war für mich als Sportlerin das Highlight.

Qu: Sowohl im Jugendbereich als auch im Männerbereich (ab 19) habe ich an zahlreichen

Wettkämpfen auf Landesebene und nationaler Ebene teilgenommen:

Im Jugendbereich an unzähligen Landesmeisterschaften und mehrfach an deutschen

Jugendmeisterschaften, im Männerbereich an den Deutschen Meisterschaften sowie in der

2. und 1.Liga gegen Turnprominente wie Fabian Hambüchen und Marcel Nguyen.

Wie groß ist/war der Trainingsumfang pro Woche in der aktiven Zeit?

Rb: Ich habe phasenweise (in Trainingslagern) bis zu 14 Einheiten pro Woche absolviert. Zu

den Zeiten, in welchen ich in Kiel war und studiert habe, bin ich auf 8 - 10 Trainingseinheiten

pro Woche gekommen. Dabei bin ich 100 bis 150 Kilometer in der Woche gelaufen.

Qu: Begonnen hat es im Alter von 5,5 Jahren, während der Schule war der Trainingsumfang

dann 4 x drei Stunden, daraus wurden dann später in Richtung Oberstufe 5 x drei Stunden

an den Tagen Mo, Di, Do, Fr, Sa.

Hat sich das irgendwann geändert? (z.B. Studium, Referendariat, Job, Kinder, ...)?

Rb: Ja, der Trainingsumfang ist zu meiner aktiven Zeit relativ kontinuierlich gestiegen. Im

Laufsport muss zunächst eine Belastungsverträglichkeit aufgebaut werden, da Verletzungen

ansonsten unvermeidlich sind.

Qu: Im Studium passten sich die Trainingszeiten etwas an, sodass die Kerntrainingszeit 16-

19 Uhr etwas variabler gehandhabt wurde. Samstags war stets Training von 9:30-12:30 Uhr.

Gehen Sie Ihrem Sport zur Zeit noch wettkampfmäßig oder "nur" hobbymäßig nach?

Rb: Ich habe mein Trainingspensum Ende 2019 deutlich heruntergefahren, und übe den

Laufsport seit dem nur noch hobbymäßig aus. Als dann absehbar war, dass die Spiele

ausfallen werden, war ich erleichtert dass ich quasi "rechtzeitig" aufgehört habe.

Qu: Derzeit bin ich selber nur noch sporadisch in der Halle. Allerdings bin ich mit der

Kampfrichter-A-Lizenz immer noch bei Deutschen Meisterschaften und in den Ligen

unterwegs... jedoch jetzt als Kampfrichter.

Bedeutet Corona große Einschränkungen für Ihre Trainingsmöglichkeiten?

Rb: Ja, selbst jetzt, da ich keine großen Ambitionen mehr habe, sind die Auswirkungen

deutlich spürbar. Obwohl der Laufsport ja vermeintlich eine Individualsportart ist, profitieren

wird doch stark davon, nicht alleine zu trainieren. Die Trainingseinheiten, bei welchen wir mit

der gesamten Trainingsgruppe auf dem Sportplatz sind, fehlen einfach. Auch das Aufbringen

der Motivation fürs tägliche Training ist schwerer, wenn man nicht weiß wann der Zeitpunkt

kommen wird, an welchem der nächste (wenn auch kleine) Wettkampf anstehen wird.

Qu: Auch unsere Turnhalle war und ist wegen des Lockdowns geschlossen worden.

Wettkämpfe wurden verschoben und finden unter strengen Hygienemaßnahmen statt

(Körpertemperaturmessung beim Betreten der Halle, Abnehmen der Mund-Nasen-

Bedeckung nur am Gerät, als Kampfrichter ist stets eine solche Bedeckung zu tragen, ...).

(Hb: Ich habe ja auch Sport studiert und war überall eher so mittelmäßig. Allerdings

klagten Kommilitonen von mir, die ihren Sport auf Leistungsniveau betrieben hatten,

ab 30 häufig über körperliche Gebrechen, Stichwort Verschleiß in Knie, Rücken,

Fußgelenk...). Stellen Sie Ähnliches schon selbst fest?

Rb: Ich bin noch keine 30 ;). Ich hatte das Glück, kaum Verletzungsbeschwerden zu haben.

In den letzten Jahren habe ich trotzdem gemerkt, dass meine Achillessehnen sich allmählich

nicht mehr so schnell von Belastungsspitzen erholt haben. Durch regelmäßige

physiotherapeutische Behandlungen hatte ich das aber recht gut im Griff.

Qu: Man muss ehrlich sein und sagen, dass Leistungssport ab einem gewissen Grad immer

negative Auswirkungen auf Gelenke, Sehnen und Bänder hat. Entzündungen durch

Überlastungen gehörten zu meiner aktiven Zeit immer mal dazu. Allerdings ist das Turnen so

vielfältig, dass bei Schulterproblemen immer noch gut Boden und Sprung trainiert werden

konnte, oder, wenn das Fußgelenk einen Schlag abbekommen hatte, war immer noch das

Training an den Ringen, am Barren und am Reck möglich. Ein Glück hatte ich nie extrem

langwierige Verletzungen. Schäden, die mich jetzt einschränken, habe ich zum Glück auch

nicht.

Können Sie talentierten Schülern, die in ihrem Sport hoch hinaus möchten,Tipps

geben? Oder rückblickend Hinweise, was sie auf gar keinen Fall machen sollten?

Rb: Jede sportliche Laufbahn kann ganz unterschiedlich verlaufen. Allgemeingültige Tipps

sind da schwierig... In jedem Fall sollte man sich ein Umfeld schaffen, in welchem man sich

wohl fühlt und wo man Spaß hat an dem, was man tut. Ich habe mich damals dafür

entschieden, neben dem Sport ein Studium zu absolvieren und würde das auch wieder tun.

Qu: Was empfehlenswert neben einem unterstützenden Umfeld ist, ist das Setzen von

Prioritäten, eine gute Selbstorganisation und ein strukturierter Tagesablauf. Dann entwickeln

sich recht einfach Routinen.

Ein Statement über die IGF:

Rb: Mein erster Eindruck ist durchweg positiv.

Qu: bunt - abwechslungsreich - menschlich

Vielen Dank für das Gespräch! /Hb